Interdisziplinäres Psychoanalytisches Forum (IPF) der ETH/UZH
2. Diskussionsforum 2011 | Flyer zur Veranstaltung
Datum: Mittwoch, den 23. Februar 2011
Zeit: 18.15-21.00 Uhr
Ort: Psychologisches Institut der Universität Zürich, Binzmühlestrasse 14, 1. Stock, Raum BIN 1.E.01 (Informationen zu Lage und Anfahrt)
Inputreferat: Dr. Andreas Cremonini
Das philosophische Bild vom Menschen zeichnet diesen als ein potenziell selbstbestimmtes Wesen, das sich nach Maßgabe vernünftiger Einsicht auf bestimmte Regeln des Handelns festzulegen vermag. Naturwissenschaftliche Menschenbilder wie dasjenige der empirischen Psychologie dagegen erklären menschliches Verhalten aus Regularitäten natürlicher Kräfte, die der Vermittlung durch vernünftige Einsicht entzogen sind. Unbefriedigend ist diese schroffe Opposition zwischen Philosophie des Geistes und Wissenschaft der Natur deshalb, weil sie die grundsätzliche Frage offen lässt, was der Mensch sei. Andreas Cremonini unternimmt in seinem Referat den Versuch, dem Dualismus von Geist und Natur seine unversöhnliche Gegensätzlichkeit zu nehmen. In kritischer Auseinandersetzung mit der geistphilosophischen Idee eines »Raums der Gründe« (bei Sellars, Davidson, Brandom und Anderen) und dem Begriff des Spielens (bei Schiller und Huizinga) fährt Cremonini den Membranen entlang, an denen die Sphären des Kausal-Determinierten, des Geistig-Normgegründeten und des Phantasievoll-Spielerischen ineinander greifen. Drei Bereiche schlägt er vor, bei denen der »Raum der Gründe« an seine Grenzen stösst: Kindheit, Alterität und Leiblichkeit.
Im Anschluss an das Referat von Andreas Cremonini und die zugehörige Diskussion stellen die Herausgeber Brigitte Boothe, Andreas Cremonini, Georg Kohler sowie Mit-Autor David Lätsch das in Erscheinung begriffene Buch “Psychische Struktur, kollektive Praxis und der Raum der Gründe. Ein Problemaufriss” (Verlag Königshausen & Neumann) vor.
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