Andreas Cremonini

Philosophie | Psychoanalyse | Alltag

Andreas Cremonini

Aufsatz: Eifersucht. Zwischen Wahn und Wirklichkeit

October 14th, 2011 by Andreas Cremonini
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Soeben erschienen ist der schöne Band von Ulrike Kadi / Gerhard Unterthurner (Hrgs.): Wahn. Philosophische, psychoanalytische und kulturwissenschaftliche Perspektiven, Wien: Turia + Kant Verlag 2011, der die verschiedenen Facetten des Wahns untersucht.

Darin auch  ein Beitrag von mir zum Thema “Eifersucht. Zwischen Wahn und Wirklichkeit” (S.37-69), in dem ich der imaginären Dimension der Eifersucht nachspüre, ihrem unerbittlichen Drang “sehen zu müssen”. Ich gehe diesem gerne übersehenen Aspekt der Eifersucht an drei Beispielen nach: Tolstois Erzählung “Die Kreutzersonate”, Chabrols Film “L’Enfer”, Millets autobiografischem Récit “Jour de Souffrance”. Nimmt man ernst, dass jede Eifersucht eine Leidenschaft des Imaginären ist,  dann muss eine kognitivistische Deutung der Emotionen korrigiert und um strukturalistische und genealogische Elemente erweitert werden. Beides ist, so scheint mir, nur im Rückgriff auf psychoanalytische Theoriebildung möglich. Mit einer kurzen Skizze eines solchen erweiterten Realismus der Eifersucht endet der Text. [PDF]

Mit dieser Doppelfigur – Infantilität als zeitliche und strukturelle Voraussetzung der Vernunft – erfährt der Gedanke der Genese eine genealogische Verschärfung. Wenn wir davon ausgehen, dass Emotionen mit jenen psychischen Kräften zusammenhängen, aus denen sich rationale Vermögen erst herausbilden, so verliert die kognitivistische These an Plausibilität. Emotionen sind nicht Urteile, die sich darüber hinaus auch noch irgendwie anfühlen. Das emotionale (psychische) Leben beginnt deutlich vor dem vernünftigen. Emotionen sind daher eine Weise, in der das Infantile in den ‘Raum der Gründe’ hineinragt.

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NZZ: Die therapeutische Stimme der Philosophie. Stanley Cavell über die »Komödien der Wiederverheiratung« und die Register der Moral

August 22nd, 2011 by Andreas Cremonini
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Besprechung von Stanley Cavell: Cities of Words. Ein moralisches Register in Philosophie, Film und Literatur, Zürich: Chronos Verlag 2019, in: Neue Zürcher Zeitung, 20. August 2011

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Aufsatz: Der Mensch als parlêtre. Lacans Versuch einer nicht-humanistischen Anthropologie

February 16th, 2011 by Andreas Cremonini
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»Der Mensch als parlêtre. Lacans Versuch einer nicht-humanistischen Anthropologie«, in: Journal Phänomenologie, Nr. 34 (2010) Sonderdruck: Philosophische Anthropologie – Anspruch und Kritik, S. 42-61. [PDF]

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pork, beef, cheese, whole milk – the warhol effect

February 1st, 2011 by Andreas Cremonini
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Bonne Année 2011 !

January 15th, 2011 by Andreas Cremonini
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Zwei Stimmen zur Abstimmung. Satire und Sophrosyne

November 11th, 2010 by Andreas Cremonini
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Zwei Stimmen gegen die  Sprachlosigkeit, die einen  angesichts der Diskussion um die Ausschaffungsinitiative befallen kann – eine satirische (Viktor Giacobbo/Mike Müller) und eine besonnene (Franz Hohler). Die Idee, das einheimische kriminelle Kleingewerbe zu schützen, indem man die ausländische Konkurrenz ausweist – das ist der zündende Vorschlag von IG Swiss Crime. Hohlers Gegenvorschlag ist weniger spektakulär, deshalb aber vielleicht nachhaltiger. Er bedarf nicht einmal der “Volks-Abstimmung”, seine Kraft liegt in etwas, das Freud einmal die “leise Stimme des Intellekts” genannt hat. Man höre.

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=6e2b200b-3175-4470-94d4-eecade9b43e6
http://www.franzhohler.ch/files/gegenvorschlag.html

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NZZ: Die Störung ist das Bild. Peter Geimers meisterliche »Geschichte fotografischer Erscheinungen«

October 14th, 2010 by Andreas Cremonini
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Besprechung von Peter Geimer: Bilder aus Versehen. Eine Geschichte fotografischer Erscheinungen. Philo Fine Arts, Hamburg 2010, in: Neue Zürcher Zeitung, 13. Oktober 2010

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Essay: Geborgtes Licht. Robert Montgomerys verstörende Botschaften der Liebe

August 31st, 2010 by Andreas Cremonini
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Einer Arbeit von Robert Montgomery bin ich erstmals auf der diesjährigen SCOPE Art Show in Basel begegnet. Der Name war mir bis dahin unbekannt. Das schlichte Holzgerüst mit den darauf montierten LED-Lettern stand gleich am Anfang der Ausstellung. THE PEOPLE YOU LOVE BECOME GHOSTS INSIDE OF YOU AND LIKE THIS YOU KEEP THEM ALIVE lautete die Botschaft. Der Satz – und die Stimmung, die er erzeugte – hat mich durch die ganze Ausstellung begleitet. Und darüber hinaus: Er ist inzwischen selbst zu einer Art “Gespenst” geworden. [Read more →]

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Der Schleier und der Blick des Anderen

July 20th, 2010 by Andreas Cremonini
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In der Neuen Zürcher Zeitung von gestern findet sich ein hoch interessanter Artikel zur Verschleierungsdebatte, der die rechts- und sozialphilosophischen Hintergründe dieser in vielerlei Hinsicht verqueren Diskussion auszuleuchten versucht. Uwe Justus Wenzel setzt pointiert und gewohnt umsichtig eine Stellungnahme der amerikanischen Philosophin Martha Nussbaum aus der New York Times ins Verhältnis zu einem den Entwurf des Verschleierungsverbotes begleitenden Berichts (“rapport d’information”) der französischen Nationalversammlung. Wie Wenzel deutlich macht, sind hier unterschiedliche Voraussetzungen und Hintergrundannahmen im Spiel.

Nussbaum argumentiert kraftvoll von der philosophischen Grundidee eines liberalen Staatswesens her. Der Staat hat sich in Fragen des religiösen Gewissens wie auch in Hinblick auch auf andere Unterschiede rassischer, ethnischer oder geschlechtlicher Art “differenzblind” zu verhalten. [Read more →]

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Southbook – Facepark: you have 0 friends

July 14th, 2010 by Andreas Cremonini
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Es war nur eine Frage der Zeit: Southpark hat sich Facebook vorgeknöpft. Und wie schon so oft trifft die Analyse der kanadischen Trickfilmer den Nerv der Sache. Worum geht’s? Die Episode mit dem Titel „You have 0 friends“ dreht sich um die Erfahrungen und Nöte von Stan, der nicht bei Facebook ist. Und dort auch nicht sein will. Doch eines Tages ist Schluss mit der splendid isolation. Seine Freunde überraschen ihn mit der Nachricht – surprise! –, dass sie einen Facebook-Account für ihn eingerichtet haben. Damit ändert sich für Stan mit einem Schlag alles. Der „Status“ seiner Beziehungen zu Freunden, zur Familie, zu seiner Freundin verändert sich von heute auf morgen. Es beginnt eine Odyssee, in der Stan eine Reihe von seltsamen Begegnungen und Erfahrungen macht, in der er mit den fremden Mächten, den Profilen, die das „Café World“ beherrschen, zu kämpfen hat und die ihn letztlich in seine frühere offline-Existenz zurückführen wird. [Read more →]

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